20.2.22 Erklärung der Liturgie für Konfis

Herzlich willkommen zu diesem Gottesdienst. Besonders begrüße ich die gerade angemeldeten Konfirmandinnen und Konfirmanden. Das ist der Schnuppergottesdienst für euch. Heute werde ich die einzelnen Teile des Gottesdienstes erklären.

Am Anfang jeden Gottesdienstes steht das Votum. Es hat drei Teile, denn wir glauben an den Gott, der drei Personen umfasst, Gott, den Schöpfer, Jesus Christus, den Erlöser und den Heiligen Geist. Wir rufen den dreieinigen Gott an und stellen diesen Gottesdienst unter seinen Segen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

Wir befinden uns im Eingangsteil des Gottesdienstes. Der Eingangsteil hat die Aufgabe, uns in die Botschaft Gottes hineinzuführen. Der Eingangsteil enthält Gebete und Lieder.

Die Gemeinde antwortet auf die Gebete mit kurzen Liedern.

Jetzt kommt das Eingangslied:

Das erste Gebet im Gottesdienst ist ein Psalm. Wenn ihr die Bibel in der Mitte aufschlagt kommt ihr zum Buch der Psalmen. Psalmen sind Lieder. Aber da man damals noch keine Melodien aufschreiben konnte, haben wir nur die Liedtexte. Und das sind sehr schöne Gebete.

Wir beten mit den Worten des 23. Psalms. 1 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. Kommt lasst uns anbeten

Jetzt kommen zwei Gebete, die zusammen gehören. Das erste Gebet ist ein Sündenbekenntnis. Das heißt, wir machen uns klar, dass wir immer wieder Fehler machen. Unser Leben ist von einer Spannung geprägt. Gott hat uns gut geschaffen. Aber wir schaffen es nicht, nur das Gute zu leben. Wir sind nicht perfekt. Sondern wir müssen vieles noch lernen. Und in uns sind auch Kräfte, die Böses tun wollen. Denn wir sind immer auch verletzte Menschen. Deshalb ist es wichtig uns in jedem Gottesdienst klar zu machen, dass wir Fehler machen.

Gott wir bekennen dir unsere Schuld:

Immer wieder ärgern wir uns über andere Menschen. Wir haben wenig Verständnis füreinander und urteilen schnell. Unsere Wünsche nach Rache sind groß. Bitte schenke uns Einsicht in unseren eigenen Anteil an dem Streit, in dem wir uns immer wieder vorfinden. Und zeige uns Wege zur Versöhnung.

Herr erbarme dich

Das Gebet, was ganz nah zu dem Sündenbekenntnis dazu gehört ist die Gnadenzusage. Meistens besteht sie aus einem Zitat aus Bibel, das uns zeigt, wie Gott uns helfen will.

Alles Gute kommt von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns die Kraft gegeben hat, aus dieser Versöhnung zu leben. Ehre sei Gott in der Höhe

Der Herr sei mit euch

Mit dem Kollektengebet, übersetzt Sammlungsgebet wird der Anfangsteil des Gottesdienstes abgeschlossen. Das Kollektengebet fasst den Inhalt das Anfangsteils zusammen und führt zum Hauptteil des Gottesdienstes hin.

Gott wir danken dir für deine Güte. Du beschützt uns und zeigst uns wie wir unser Leben meistern können. Bleibe bei uns und hilf uns.

Das bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen

Nun kommt der Hauptteil des Gottesdienstes. In dem Hauptteil geht es um die Begegnung mit Gott in der Auslegung der Bibel. Deshalb stehen in der Mitte des Gottesdienstes die Lesungen aus der Bibel und die Predigt, die einen Text aus der Bibel erklärt und mit unserem heutigen Leben verbindet.

Die erste Lesung ist eine Lesung aus den Briefen des Neuen Testaments. Deshalb heißt sie auch Epistellesung. Epistel ist Latein und heißt Brief. Klaus Winkelmann liest diesen Text und er ist heute gleichzeitig der Predigttext

Gott dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Halleluja

Wir singen ein Lied

Die zweite Lesung ist die Evangelienlesung. Evangelium heißt gute Nachricht. In der Bibel gibt es vier Evangelien: Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Alle erzählen das Leben von Jesus aus ihrer Sicht. Die alte Kirche hat aus vielen Evangelien die vier ältesten herausgesucht und in die Bibel aufgenommen. Weil sie fand, es ist wichtig, dass es verschiedene Sichtweisen auf das Leben von Jesus gibt.

Ich lese Lukas 17,3: Hütet euch!

Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er umkehrt, vergib ihm. 4Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Ich bereue es!, so sollst du ihm vergeben. Ehre sei dir Herr

Das Glaubensbekenntnis ist die Antwort auf die Bibellesungen. Wir bekennen unseren Glauben, um uns mit allen Christinnen und Christen auf der ganzen Welt zu verbinden. Wir sprechen den gemeinsamen Text, weil wir Schwestern und Brüder im Glauben sind. Im normalen Gottesdienst stehen wir dafür auf und alle sprechen es mit.

Ich glaube an Gott, den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Jetzt kommt die Predigt. In der Predigt wird ein Bibeltext erklärt und überlegt, was er heute für uns bedeuten könnte. Diesen Bibeltext, den Predigttext hat vorhin schon Klaus Winkelmann gelesen

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus.

Liebe Gemeinde,

12Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam.

Es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert

und dringt durch und durch.

Es durchdringt Seele und Geist,

Mark und Bein.

Das klingt gefährlich, und das ist auch gefährlich. Wenn wir uns dem Wort Gottes aussetzen, dann trifft es uns in der Seele. In der Tiefes unseres Herzens wird es uns verändern. Es ist anders als die alltäglichen Wörter, die aus den Medien auf uns einprasseln. Und es ist auch anders als die meisten Wörter, die wir uns gegenseitig sagen. Es ist mehr so wie wichtige Worte eines geliebten Menschen, die uns einerseits ermutigen wollen andererseits uns aber auch etwas wichtiges über uns selbst sagen, weil der geliebte Mensch uns gut kennt. Er will uns etwas Gutes tun, aber es sagt uns manchmal auch Wahrheiten, die wir nicht so gerne wahrnehmen möchten.

Das Wort Gottes ist lebendig. Das Wort Gottes erreicht uns in einer bestimmten Situation. Und es passt zu dieser Situation. Es ist keine abstrakte Regel oder ein Wert, der ein für alle Mal gilt. Gottes Wort für uns hat mit unserem Leben, wie es gerade ist, zu tun.

Das Wort Gottes ist wirksam. Wenn Gott uns anspricht, durch etwas, was wir in der Bibel lesen, oder durch etwas das ein anderer Mensch und sagt oder etwas, was wir im Radio hören, im Fernsehen sehen oder im Internet finden, dann merken wir, dass es uns bewegt, dass es uns nicht egal ist. Wort Gottes ist etwas, was ins uns wirkt und etwas bewirkt. Es ändert etwas an unseren Gefühlen und oder an unserem Handeln.

Gottes Wort ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert.

Es trennt Dinge, die auseinander gehalten werden müssen. Wir kennen das. Manchmal brauchen wir eine Grenze. Manchmal müssen wir sagen: Halt, bis hierhin und nicht weiter. So geht das nicht. Diese Grenze, die wir ziehen, schützt uns vor anderen Menschen oder vor überfordernden Situationen. Auch das Wort Gottes zieht solche Grenzen: Es sagt uns: Bis hierhin und nicht weiter. Wenn du das jetzt tust, dann wirst du es bereuen. Und du wirst mit den Folgen leben müssen. Es ist eine innere Stimme, die vor etwas warnt. Sie könnte zum Beispiel sagen: Vertrau dem oder der nicht. Sie oder er wird dich verraten. Mach nicht mit, wenn alle über jemanden herfallen. Wenn du jetzt dieses Handy an dich nimmst, bedeutet das jede Menge Ärger.

Das Wort Gottes durchdringt Seele und Geist.

Wenn wir uns mit dem christlichen Glauben beschäftigen, dann bewirkt das etwas. Ich hoffe, liebe Konfis, dass das Konfijahr nicht spurlos an euch vorbei geht. Ich wünsche mir für euch viel Spaß, für uns alle eine gute Gemeinschaft, und eine schöne Zeit. Und ich wünsche mir, dass ihr etwas von dem Wort Gottes mitbekommt und dass ihr es als hilfreich für euer Leben erlebt. Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all eure Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen seligen Leben.

Lied

Hiermit ist der Hauptteil des Gottesdienstes abgeschlossen. Der Schlussteil beginnt. Er heißt auch Segen und Sendung. In den Lesungen und in der Predigt haben wir Gott erfahren. Und jetzt geht es darum, das Erfahrene mit nach Hause zu nehmen. Deshalb wenden wir uns im Schlussteil wieder der Welt zu, in der wir leben. In dem Fürbittengebet denken wir an Menschen, denen es schlecht geht. Wir bitten Gott um Hilfe für sie. Und wir holen uns die Kraft und den Mut, selbst etwas für andere Menschen zu tun.

Gott, du Quelle des Erbarmens, wir denken vor dir an die Kinder im Jemen, wo Krieg herrscht. Bitte beende den Hass und das Töten, damit die Kinder nicht in Angst aufwachsen müssen. 

Wir bitten dich für die Konfirmandinnen und Konfirmanden um eine schöne Konfizeit und dass sie sich gut untereinander verstehen.

Stärke die Menschen unter uns, die der Hoffnung Raum geben. Lass deinen Frieden unter uns erstrahlen und befreie uns in deiner Liebe.

Das Stille Gebet ist einer der Höhepunkte des Gottesdienstes. Jeder hat in der Stille die Möglichkeit, eigene Anlieger vor Gott zu bringen. Durch das gemeinsame Schweigen wird es leichter, sich Gott zuzuwenden.

Wir beten weiter in der Stille und bringen vor Gott, was uns bewegt:

Im Vaterunser fassen wir unsere Anliegen zusammen. Das Vaterunser ist ein Gebet aus dem zweiten Teil der Bibel aus dem neuen Testament. Als die Freunde von Jesu ihn gebeten haben: Lehre uns beten, hat Jesus ihnen das Vaterunser geschenkt. Wir beten also wie Jesus selbst und gelehrt hat. Und aus Respekt für das Gebet, stehen wir auf und sprechen gemeinsam:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Und führe uns nicht in Versuchung

Sondern erlöse uns von dem Bösen

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit

Amen.

Jetzt kommt der Segen. Wir bitten Gott, dass er uns beschützt und uns zeigt, wie wir gut und in Frieden leben können. Segnen heißt: Gutes wünschen. Der Text des Segens kommt auch aus der Bibel. Im ersten Teil der Bibel, im Alten Testament, soll Aaron der erste Priester der Israeliten diese Wort über dem Volk aussprechen und so den Segen auf das Volk legen.

Gott segne euch und behüte euch, Gott lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig, Gott erhebe sein Angesicht auf euch und schenke euch seinen göttlichen Frieden. Amen

Musik

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