Elke: Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen.
Liebe Gemeinde,
Den Predigttext haben wir gerade als Lesung gehört. Es ist der für heute vorgeschlagene Text. Heute haben wir den Sonntag Kantate, singt! In dem Text geht es um das Singen zur Ehre Gottes. Und genau das hat der Chor getan und das tun wir heute.
Albrecht: Die Offenbarung des Johannes zeigt das Bild derjenigen, die die Verfolgung und das Leiden um Jesu Christi willen überstanden haben. Die erste große Schlacht ist geschlagen. Und sie stehen am Rand der kommenden Gefahren vor Gott und besingen den Sieg, der begonnen hat aber noch nicht vollendet ist.
Elke: Sie loben Gott und nehmen in dem Lob vorweg, was in Zukunft geschehen wird. Gott wird der Sieger sein, seine Gerechtigkeit durchsetzen und alle Völker werden vor ihm niederknien.
Albrecht: Das finde ich mal einen guten Grund Loblieder zu singen. Ich glaube die Hoffnung auf diese Zukunft sollten wir uns immer wieder vor Augen halten. Gott wird seine Gerechtigkeit durchsetzen und alle Völker werden das anerkennen. Dann können wir auch etwas entspannter an die Schwierigkeiten herangehen, die uns als Kirche gerade noch bevor stehen.
Elke: Naja, ich habe es da gut. Ich habe mein Berufsleben hinter mir und ich kann mich singend an den Rand des Feuermeeres stellen und denken, ich habe es geschafft. Sollen mal andere mit Gottes Hilfe die notwendigen Kämpfe um die Zukunft der Kirche und um die Zukunft der Welt führen.
Albrecht: Klar und deshalb engagierst du dich gerade bei der Initiative für Demokratie und Mitmenschlichkeit Messel. Und deshalb hast du mit Felipe Blanco Wißmann zusammen den Kurs für Lektorinnen und Lektoren angefangen. Und deshalb hast du Spaß am Kindersonntag und der Arbeit mit Konfis und willst das weitermachen.
Elke: Ok, ok ich will mich ja gar nicht an den Rand des Feuermeeres stellen und nur noch singen. Aber ich bin jetzt nicht mehr zu etwas anderem verpflichtet und das finde ich schon entspannend.
Albrecht: Du kannst dir vorstellen, dass es mir da ganz anders geht. Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben eine volle Stelle haben. Und das in einer Zeit, wo viele Pfarrstellen in der Nachbarschaft unbesetzt sind und wahrscheinlich auch unbesetzt bleiben werden. Davor fürchte ich mich durchaus.
Elke: Das verstehe ich, und ich werde dir auch so gut ich kann helfen. Und ich finde unser Predigttext hilft dir erst recht: In dieser Zukunftsvision der Offenbarung des Johannes ist deutlich: Gott wird der Sieger sein. Gott wird sich durchsetzen. Gott wird von allen Völkern anerkannt werden. Gott gebührt das Lob, die Anerkennung, die Ehrfurcht. Und es ist nicht unsere Aufgabe all das herbei zu führen. Es ist nicht unsere Aufgabe die Kirche zu retten oder die Welt zu retten. Unsere Aufgabe ist es, die Hoffnung zu behalten und zu besingen.
Albrecht: Das fällt mir leicht. Ich war schon immer eine optimistische Person. Und ich singe gerne und merke wie das Singen zur Orgel, was ich jeden Morgen tue, mir gut tut und mir Kraft gibt. Es hilft mir auch das Gute zu sehen, dass überall in der Welt geschieht und auch in unserer Kirche. Ich hoffe für die Evangelische Kirchengemeinde hier in Messel, dass sie auch nach unserer Zeit hier blüht und gedeiht und sich viele Menschen finden, die sich hier weiterhin engagieren.
Elke: Gutes Stichwort: Vielleicht gibt es ja hier auch Personen, die beim Besuchsdienst mitmachen möchten. Wir suchen noch Leute, die andere ab ihrem 75. Lebensjahr zum Geburtstag besuchen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie sich das vorstellen können.
Albrecht: Noch mal zurück zur Hoffnung auf eine Zukunft, in der Gott geehrt wird und die Gerechtigkeit sich durchsetzt. Hat da nicht eine Kirchenvorsteherin in der letzten Sitzung etwas Wichtiges zu unserem Predigttext gesagt?
Elke: Ja, das hat mich auch beeindruckt. Sie sagte: In den Zeiten des Leids, habe ich erst gemerkt wie wichtig mir der Glaube ist. Da hat mir der Glaube Halt gegeben. Und er hat mich durch die Trauer getragen.
Albrecht: Ja, es geht nicht nur um die Zukunft und die Hoffnung auf die Zukunft. Die Offenbarung des Johannes, versucht ja die Menschen zum Durchhalten in einer gefährlichen Verfolgung zu motivieren. So sind auch wir heute darauf angewiesen, in einer Zeit, in der wir von so vielen Krisen überall umgeben sind, durchzuhalten und dafür Kraft von Gott zu bekommen.
Elke: Diese Kraft gibt es im Glauben. Und ich wünsche uns allen, Halt und Gelassenheit und das Vertrauen darauf, dass Gott am Ende alles zum Guten wenden wird.
Albrecht: Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne zum ewigen seligen Leben.