Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.
Liebe Gemeinde,
unser christlicher Glaube ist eine große Ressource. Ein großer Schatz, der uns zu leben hilft.
Das ist umstritten. Dieser Glaube wird in unserer Gesellschaft angegriffen. Deshalb müssen wir uns immer wieder klar machen, wie wertvoll unser Glaube ist. Wie er uns hilft. Wie er uns befreit. Wie er uns heilt. Wie er unser menschliches Miteinander stärkt. Wie er unsere Verankerung ist, in allem Guten, das dem Bösen widerstehen kann.
Wir brauchen 2 Schritte: den Glauben wertschätzen. Und gute Verteidigungsstrategien gegen die vielen Angriffe.
Zunächst aber unser Predigttext.
Hebräer 10, 35,36,39
35Werft also eure Zuversicht nicht weg! Sie wird reich belohnt werden.36Was ihr jetzt braucht, ist Geduld. Tut, was Gott will –dann werdet ihr erhalten, was er versprochen hat. 39Wir gehören aber nicht zu denen, die zurückschrecken und damit in ihr Verderben rennen. Sondern wir gehören zu denen, die glauben und dadurch das ewige Leben gewinnen.
Ich habe in meinem Leben viele, viele Botschaften erhalten, die ungefähr so lauten: der christliche Glaube ist veraltet und überholt. Für alle, die sich auskennen, ist doch völlig selbstverständlich: Gott ist tot. Wunder gibt es nicht. Ein Leben nach dem Tod auch nicht. Und das kam oft von Menschen, die dann für Gerechtigkeit und Umweltschutz eintreten wollten, ohne dass sie dafür sinnvolle Begründungen hatten jenseits von Gott, dem Grund und der Quelle für Glaube, Liebe und Hoffnung.
Von anderen Ländern aus betrachtet, z.B. Indien, ist das völlig absurd. Andere Länder haben das Wissen gespeichert: der Glaube ist eine Ressource. Ein Geschenk. Ein Schatz, den es zu heben gilt.
Weltweit wächst der christliche Glaube am stärksten von allen Religionen. Und für uns hier im alten Europa besteht die große Gefahr, dass mit dem Schwächerwerden des Glaubens der wirtschaftliche Abstieg einhergeht.
Also, gehen wir die beiden Schritte: Wir wollen unseren Glauben wertschätzen. Und uns gute Verteidigungsstrategien überlegen (und dabei im Kopf behalten, dass Angriff oft die beste Verteidigung ist).
Zum Wertschätzen gehört: wir müssen den Glauben pflegen. Wenn wir nur ab und zu mal in die Kirche gehen, dann bringt uns das nicht so viel, wie regelmäßig in die Kirche gehen. Alle, die ernsthaft Sport oder Musik machen, wissen, es kommt auf 3 Dinge an: Üben. Üben. Üben. Selbst wenn ich nur Übungen für den Rücken mache, muss ich möglichst jeden Tag meine Übungen machen.
Dafür wurden Methoden erfunden, jeden Tag etwas für den Glauben oder im Glauben zu machen. Das Einfachste ist z.B. abends Gott anzusprechen und im Gespräch mit Gott den Tag an mir vorbei ziehen zu lassen und dabei die Dankbarkeit nicht zu vergessen. Und morgens Gott anzusprechen und um Hilfe und Segen zu bitten. Es reicht z.B. innerlich zu sagen: Gott, hilf. Oder nur den ersten Teil des Vaterunsers: Vater unser im Himmel. Wichtig ist das im Gespräch bleiben.
Wir Menschen sind für das Gespräch mit Gott gedacht. Und wir brauchen Impulse. Man kann jeden Tag ein wenig aufnehmen. Einen Bibelvers lesen. Dazu kann man sich z.B. die Losungen als Bildschirmschoner runterladen. Das sind 2 Bibelverse pro Tag. Ich muss ja Gott die Chance geben, nicht nur in meinem Inneren zu antworten, sondern auch durch mehr als das, was schon in mir liegt.
Also: wir als Gesellschaft brauchen Glaubenspflege. Wir brauchen das Bewusstsein: da ist etwas Tolles für unsere seelische Gesundheit und für unsere Umgangsformen als Gesellschaft. Und dieser Schatz muss gehoben werden. Indem wir wahrnehmen, was es da an vielem zu entdecken gibt. Indem wir regelmäßig üben und unserem Glauben Nahrung geben. Indem wir uns einüben in Dankbarkeit z.B. demnächst bei Erntedank. Oder hier vorne aufs Flipchart schreiben: Dafür bin ich dankbar. Indem wir lernen, die Sorgen loszulassen, indem wir im Gebet alles vor Gott bringen. Das machen Konfis und Kirchenvorsteherinnen super für uns. Und wir können es dann im Stillen Gebet für uns machen.
Soweit zum Wertschätzen des christlichen Glaubens. Jetzt zu den Verteidigungsstrategien, die auch Angriffe enthalten können.
Ich möchte uns zunächst ermutigen. Ich freue mich immer über die Verzweiflung meiner Gegner. Und viele beschweren sich über die Rückkehr der Religion. Sie sagen: Die Menschen sind unrettbar religiös. Wir beobachten zwar weltweit, dass die Weltreligionen in ihren Heimatgebieten schwächer werden und dass es eine zunehmende Zahl von Menschen gibt, die sich ohne klare Religionszugehörigkeit durchs Leben schlagen. Gleichzeitig wird aber Religion wichtiger und es wird heftig darüber diskutiert. In vielen Serien entdecke ich viel Religion. Manchmal etwas wirr. Kirchen sind dort wichtige Orte der Entscheidung. Unser Weltbild ist nicht mehr so antireligiös wie damals, als ich aufgewachsen bin in den 70er und 80er Jahren. Also: Religion ist insgesamt auf dem Vormarsch. Und die Vertreter der Religion sind viel sprachfähiger und auch angriffiger geworden. Die Religionsbekämpfer sehen im Vergleich dazu alt aus. Sie bekämpfen ein Zerrbild vergangener Religionsgestalt.
Die Musik, die zu Beerdigungen ausgewählt wird von den Angehörigen, hat keine Zweifel an einem Leben nach dem Tod. Die Musik zu Trauungen hat zwar keine Lieder aus dem Gesangbuch, aber ist hochreligiös: die Liebe hat mit Gott zu tun. Liebe und Gott: die gehören zusammen.
Liebe Konfis,
ihr lernt in diesem Jahr etwas mehr über den christlichen Glauben. Und ihr tut damit etwas dafür, dass ihr glücklich und gut leben können. Der christliche Glaube ist eine große Ressource.
Ich lese gerade ein Buch einer Drehbuchautorin. Sie heißt Anika Decker und hat die Drehbücher für Keinohrhasen und Zweiohrküken geschrieben und die Regie geführt von Traumfrauen und High Society. Alles eher leichte, witzige Unterhaltung. In ihrem Roman Wir von der anderen Seite schreibt sie von ihrer lebensgefährlichen Erkrankung. Und völlig selbstverständlich von Menschen, die für sie beten und wie gut sie das findet. Vor einer Operation, vor der sie große Angst hat, betet die Zimmernachbarin mit ihr das Vaterunser. Immer wieder. Bis sie schlafen kann.
Liebe Gemeinde,
ich glaube, so können wir für den Glauben eintreten. Indem wir erzählen: ich gehe in die Kirche. Da habe ich gebetet. Bitte bete für mich. Soll ich für dich beten? Noch nie hat sich jemand beschwert über eine Karte mit einem frommen guten Wunsch.
Der Glaube ist ja in vielen Menschen da. Nur etwas verkümmert. Da gibt es zu viel gesellschaftlichen Druck. Viele beten zuhause, trauen sich aber nicht in die Kirche.
Es ist an der Zeit, an diesem gesellschaftlichen Druck zu arbeiten. Die Zeit ist reif dafür. Wir Christinnen und Christen können selbstbewusst auftreten. Gottesdienste funktionieren. Und zwar mehr für die, die öfters gehen. Beten hilft – und zwar mehr, je öfter wir es tun.
Wir sind an einem wichtigen gesellschaftlichen Wendepunkt. Die kirchliche Präsenz wird dünner werden. Deshalb kommt es mehr auf die einzelnen Christinnen und Christen an.
Wir tun unserer Gesellschaft etwas Gutes, wenn wir selbstbewusst für den Glauben eintreten. Denn was ist denn das Versprechen des Nichtglaubens? Da ist ja nichts.
Ja, es ist nicht einfach, zu einem Glauben zu kommen, der wirklich hilft. Wir brauchen dazu die Gemeinschaft der Christen, die sich gegenseitig stärkt und korrigiert. Und es wird immer wieder etwas schief gehen. Auch das gehört zu unserem Menschsein dazu. Unser Glaube ermöglicht uns Vergebung. Umkehr. Veränderung. Mehr so zu werden, wie wir in den Augen Gottes gedacht sind.
Wie es unser Predigttext ausdrückt: Werft eure Zuversicht nicht weg. Es gibt eine Belohnung: ewiges Leben.
Unser Glaube ist etwas tolles. Da wirkt etwas. Da wirkt mehr, als wir verstehen können. Gott erfüllt Bitten über Bitten und Verstehen hinaus. Gott entzündet in uns das Feuer der Liebe. In uns brennt eine Hoffnung die stärker ist als die Hoffnungslosigkeit.
Wir lassen uns nicht unterkriegen. Und wenn wir uns zwischendrin unterkriegen lassen sollten, dann stehen wir wieder auf. Jesus war im Grab. Aber er ist dort nicht geblieben.
Und am Ende gibt es ewiges Leben. Nein, jetzt schon fängt es an. Wir sind ja mit Gott verbunden. Mit dem Himmel. Mit der Fülle des Segens.
Was bieten die Gegner des Glaubens dagegen? Erbärmlich sind ihre Versprechen. Unsere moderne Lebensform hat ja ihre Glücksversprechen nicht gehalten und ist nicht zukunftsträchtig. Es wird Zeit, den Glauben wieder neu zu entdecken. Damit wir durch alle Veränderungen gut in die Zukunft kommen. Gott geht mit uns. Das ist das Versprechen, das wir brauchen. So können wir zuversichtlich bleiben.
Und der Friede Gottes…