Gottes Plan 3.3.24

Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen.

Liebe Gemeinde,

Gottes Pläne sind anders als wir denken. Und natürlich ist es schwierig etwas davon zu erkennen. Genau das versucht der 1. Petrusbrief. Dieser Brief aus dem neuen Testament versucht seine Adressaten zu ermutigen, indem er das, was sie gerade erleben in den großen Rahmen der Pläne Gottes stellt. Und ich finde das tut uns auch manchmal gut, nicht nur unseren Alltag und unsere alltäglichen Kämpfe zu bestehen, sondern auch zu versuchen, diese in einen größeren Rahmen einzuordnen und ihnen so Sinn und Bedeutung abzugewinnen. Ich lese.

1.Petrus 1, 18-21

18Ihr wisst ja:

Ihr seid freigekauft worden von dem sinnlosen Leben,

wie es eure Vorfahren geführt haben.

Das ist nicht geschehen durch vergängliche Dinge

wie Silber oder Gold.

19Es geschah aber durch das kostbare Blut von Christus,

dem fehlerfreien und makellosen Lamm.

20Dazu war er schon vor Erschaffung der Welt bestimmt.

Aber jetzt ist er am Ende der Zeit für euch erschienen.

21Durch ihn glaubt ihr an Gott,

der ihn von den Toten auferweckt

und ihm Herrlichkeit verliehen hat.

Deshalb könnt ihr nun

euren Glauben und eure Hoffnung auf Gott richten.

Ich spreche oft mit Menschen, die sagen. Ich beneide dich um deinen Glauben. Ich würde ja gern glauben, aber ich kann es einfach nicht. Vielleicht gibt es Gott, vielleicht nicht. Es wäre schon schön, wenn es ihn gäbe. Aber es gibt so viele Religionen wieso sollte ausgerechnet das Christentum stimmen?

Ich antworte dann, es gibt ziemlich viele Übereinstimmungen zwischen den unterschiedlichen Religionen. Und vielleicht sind sie ja alle mehr oder weniger gute Wege zu Gott. Vielleicht auch nicht. Aber wenn man keinen der Wege zu Gott beschreitet, wird man ziemlich sicher sich nicht auf Gott zubewegen. Wenn man immer nur zusieht und nicht mal auf etwas einsteigt, wird man auch keine Erfahrungen mit Gott machen.

Damals zur Zeit als der erste Petrusbrief geschrieben wurde, waren die Menschen auch von vielen unterschiedlichen Religionen umgeben. Und die Christinnen und Christen befanden sich noch mehr in der Minderheit als wir heute. Und trotzdem haben sie es gewagt, etwas über das große Ganze der Weltgeschichte zu sagen und ihren Glauben und ihre Hoffnung auf das, was sie von Plänen Gottes verstanden haben, zu stützen.

Und ich finde wir sollten das auch tun. Bevor die Welt geschaffen wurde, sagt der 1. Petrusbrief, war Christus dazu bestimmt uns durch seinen Tod und seine Auferstehung von den Toten von einem sinnlosen Leben zu erlösen und uns Glauben und Hoffnung zu schenken. Das ist der Plan Gottes mit uns Menschen. Wir haben durch Christus Zugang zu einem sinnvollen Leben im Glauben und in der Hoffnung auf Gott.

Wünschen sich das nicht alle heute, Sinn und Hoffnung? Und wir bekommen es einfach so geschenkt?

Aber wie das mit den Geschenken so ist, man muss sie schon auch auspacken. Wenn man sie unausgepackt in die Ecke stellt, dann werden sie einem nicht viel nutzen. Also in diesem Fall darauf vertrauen, dass Gott sich etwas bei unserem Leben gedacht hat, dass Gott uns nicht umsonst und vergeblich geschaffen hat und mit unserem Leben einerseits und mit der Geschichte der Menschheit andererseits einen Plan verfolgt, der jetzt noch nicht erkennbar ist, aber auf etwas Gutes hinauslaufen wird.

Ich finde, gerade wenn man älter wird und die Zeit, die hinter einem liegt, sehr viel länger ist als die, die noch vor einem liegt, fragt man sich schon mal: Wozu war das alles jetzt gut? Und wieso muss ich jetzt mit den Schmerzen und Einschränkungen, die das Alter so bringt, zurecht kommen? Ich dachte, ich hätte etwas Gutes bewirkt, ich dachte es würde etwas von dem was ich aufgebaut habe, weitergehen. Und dann muss ich zusehen wie vieles zusammenstürzt und manches sich eher zu schlechten als zum Guten verändert.

Ich glaube, dass dieses Lebensgefühl einfach normal ist und zum älter werden und dem damit verbundenen loslassen von Dingen, die einem einmal wichtig waren, nötig ist.

Aber ich finde auch, dass wir uns diesem Lebensgefühl nicht hingeben sollten.

Denn der göttliche Plan ist ein anderer. Wir sind herausgerissen aus einem sinnlosen Leben und zwar nicht durch vergängliche Dinge sondern durch ewige. Silber und Gold, alles was wir im Laufe eines Lebens erworben haben, vergeht. Glück und Unglück, tolle und schreckliche Erlebnisse sind vergangen. Familien verändern sich. Arbeit verändert sich. Unsere Körper werden anfälliger.

Aber eines bleibt. Das, was schon vor der Schöpfung Gottes Plan war. Christus, der uns Glauben und Hoffnung ermöglicht hat. Und deshalb können wir darauf vertrauen, dass wir in unserem Leben etwas gesät haben, was bleiben wird, denn auch unser Leben gehört zu dem Plan Gottes mit dieser Welt. Denn Gott wird seinen Plan umsetzten durch und mit allen Hindernissen und allem was dem entgegensteht. Es ist ein Plan, der durch den Tod hindurch führt, ein Plan der Veränderungen und Vergängliches und Leid und Tod mit umfasst.

Manchmal fragt mich jemand: Warum lässt Gott das alles zu, das Leid und den frühen Tod sogar seines eingeborenen Sohnes?

Früher habe ich versucht darauf zu antworten und mit der Freiheit der Menschen sich falsch zu entscheiden, argumentiert. Das tue ich inzwischen nicht mehr. Ich sage inzwischen: Eines Tages werden wir das hoffentlich erfahren. Manchmal gibt es heute schon einzelne Einblicke, wo wir sehen können, dass etwas was leidvoll und schwer gewesen ist, im Rückblick zu etwas Gutem geführt hat. Aber manchmal ist es auch ganz anders und all das Schlimme hat einfach nur zu weiterem Schlimmen geführt.

Es ist eine große Herausforderung, unseren Glauben und unsere Hoffnung auf Gott zu richten. Er macht es uns wahrlich manchmal ganz schön schwer. Aber dann sehe ich auf Christus und höre seine letzten Worte am Kreuz und höre ihn seufzen: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und ich denke: Wer könnte vertrauenswürdiger sein als der, der diesen schweren Weg gegangen ist. Sein Blut für uns, damit wir unseren Glauben und unsere Hoffnung auf Gott richten können. Das schenkt er uns. Und wir müssen nicht denken, dass wir das von uns aus können müssten. Glaube ist immer ein Geschenk. Hoffnung können wir nicht von uns aus, aus uns heraus freisetzen. Sie braucht einen Grund, der von woanders herkommt. Und dieser Grund ist der Plan Gottes mit uns Menschen. Der größere Rahmen, in den wir unsere kleine Geschichte einsortieren können, und von dem aus diese Geschichte sinnvoll wird. Denn Gott kann mit allen unseren Entscheidungen, mit allem, was geschieht auch mit allen falschen Entscheidungen und allen bösen Absichten etwas anfangen. Er verschwendet nichts. Und deshalb gibt es Hoffnung. Alles was jetzt schief läuft und sich falsch anfühlt, alles was uns Angst macht und Verzweiflung wachsen lässt. All das ist vergänglich und es ist einfach ein weiterer Schritt auf einem Weg, den wir nicht verstehen, aber auf den wir vertrauen können, weil Christus und seine Herrlichkeit das Ziel davon sind.

und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen seligen Leben!