Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen.
Liebe Gemeinde,
Heute steigen wir tief in die Weihnachtsbotschaft ein. Was bewirkt die Botschaft von der Geburt Jesu Christi in uns und in der Welt. Das frage ich uns heute. Und für den Kontrast habe ich am Anfang des Predigttextes noch einen Vers dazugenommen, damit es deutlicher wird, was der Unterschied zu der Zeit vor der Geburt Jesu und dem Glauben daran, dass Gott mitten in unserer Welt erschienen ist, ausmacht. Ich lese
Titus3,3-7
3Denn auch wir waren früher unverständig,
ungehorsam und gingen in die Irre.
Wir wurden von allen möglichen Begierden
und dem Streben nach Genuss beherrscht.
Wir führten ein Leben voller Bosheit und Neid,
waren verhasst und hassten einander.
4Doch dann erschien die Güte
und die Menschenfreundlichkeit Gottes,
unseres Retters.
5Wir selbst hatten ja keine Taten vollbracht,
mit denen wir uns rechtfertigen konnten.
Aber er hat uns seine Barmherzigkeit geschenkt
und uns gerettet.
Aus dem Bad der Taufe werden wir neu geboren
und erhalten durch den Heiligen Geist das neue Leben.
6Den hat Gott in reichem Maß über uns ausgegossen
durch Jesus Christus, unseren Retter.
7Durch diese Gnade
werden wir von Gott als gerecht angenommen.
Und damit werden wir zu Erben des ewigen Lebens,
so wie es unserer Hoffnung entspricht.
3Denn auch wir waren früher unverständig,
ungehorsam und gingen in die Irre.
Wir wurden von allen möglichen Begierden
und dem Streben nach Genuss beherrscht.
Wir führten ein Leben voller Bosheit und Neid,
waren verhasst und hassten einander.
Ich finde das eine ziemlich gute Beschreibung unserer gegenwärtigen Probleme in Deutschland, in Europa und überall auf der Welt. Streben nach Genuss, Bosheit, Neid und Hass. Ich finde genau das prägt unsere Öffentlichkeit und die öffentlichen Auseiandersetzungen. Ich finde unsere Gesellschaft ist unverständig, ungehorsam gegenüber Gott und geht in die Irre. Jeder beneidet jeden. Die Beamten werden beneidet wegen ihrer Pension, die Politikerinnen und Politiker wegen ihrer Macht, die Bürgergeldempfänger, weil sie nicht arbeiten, die Reichen, weil sie dauernd in Urlaub fahren können. Über jeden der es wagt, öffentlich etwas zu sagen, wird Neid und Hass ausgeschüttet. Jeder fühlt sich berechtigt jeden zu kritisieren, ob er oder sie etwas über sein oder ihr Leben weiß oder nicht. Viele nehmen das als Verrohung der Umgangsformen wahr. Damit bewegen wir uns von der Weihnachtsbotschaft weg, die der Titusbrief so beschreibt: 4Doch dann erschien die Güte
und die Menschenfreundlichkeit Gottes,
unseres Retters. 5Wir selbst hatten ja keine Taten vollbracht, mit denen wir uns rechtfertigen konnten.
Aber er hat uns seine Barmherzigkeit geschenkt
und uns gerettet.
Aber diese Botschaft kann uns aus dem Sumpf von Hass, Bosheit und Neid und Streben nach Genuss herausziehen. Das ist doch das Problem bei all dem Hass und Neid, dass es immer nur um uns selbst geht und ob wir auch genug abkriegen. Die Weihnachtsbotschaft zeigt uns, dass es noch mehr gibt als unsere engen eigenen Interessen. Sie zeigt uns, dass Gott einen Plan mit dieser Welt hat, dass Gott Gutes für uns alle möchte. Und wir können uns diesem großen Ganzen anschließen und damit einen Sinn und eine Hoffnung geschenkt bekommen, die weit über uns selbst hinausreicht. Denn es ist erschienen die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, indem uns das Christkind geboren ist. Gott kommt in diesem Kind zu uns auf die Erde um uns zu retten und uns einen Weg zu seiner Güte zu zeigen, um uns zu befreien aus dem Kreisen um unsere eigenen Interessen, um uns zu befreien aus dem Kampf, genug zu bekommen, wo es immer nicht reicht, was wir bekommen können. Wo es immer jemanden gibt der noch mehr hat, wo wir nie in einem zufriedenen Leben ankommen können, weil wir einfach nicht sehen können, was uns alles Gutes geschenkt worden ist.
Aber das ist jetzt nicht mehr unser schreckliches Schicksal. Denn es ist erschienen die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes. Und deshalb geht es jetzt anders. Aus dem Bad der Taufe werden wir neu geboren und erhalten durch den Heiligen Geist das neue Leben. 6Den hat Gott in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter.
Nicht dadurch dass wir gut sind oder gut gehandelt haben, werden wir aus dem Kreislauf von Neid und Hass herausgerissen. Sondern durch die Menschenfreundlichkeit Gottes erhalten wir durch den Heiligen Geist das neue Leben. Es ist ein neues Leben ohne Hass und Neid. Es ist ein zufriedenes Leben, in dem wir erkennen, was wir alles haben und uns nicht mehr darauf fixieren müssen, was wir alles noch nicht haben und was uns alles fehlt zum Glücklichsein. Es ist ein glückliches Leben, weil wir nicht mehr immer mehr und immer Neues brauchen. Und es ist ein Leben, in dem wir auf die anderen zugehen können, in dem wir versuchen können, die anderen zu verstehen, statt sie zu verurteilen. Was es für alle leichter macht. Und das neue Leben geschenkt durch den heiligen Geist ist ein Leben der Hoffnung. Wir haben Gott im Rücken, Gott die Macht, die dafür sorgen wird, dass es ein Angebot für die Rettung für alle gibt. Ein menschenfreundlicher Gott, der niemanden aufgibt. Insofern ist unsere Hoffnung begründet, dass die Güte unter uns Menschen mindestens so stark ist wie Neid und Hass und dass die Freundlichkeit genauso viral gehen kann, wie der Neid und die Wut.
Und das wichtigste sagt unser Predigttext am Schluss: 7Durch diese Gnade (das neue Leben durch den Heiligen Geist) werden wir von Gott als gerecht angenommen.
Und damit werden wir zu Erben des ewigen Lebens,
so wie es unserer Hoffnung entspricht. Wir werden zu Erben des ewigen Lebens.
Ich finde man kann in diesem Leben einiges an Neid und Hass aushalten, wenn man sich darauf verlassen kann, dass am Ende alles gut wird. Und genau das verspricht der Titusbrief uns hier. Wir können jetzt schon in dem ganzen Chaos, in der Angst und dem Niedergang und dem was in unserem Land schied läuft erkennen, dass die Zukunft anders aussieht als die meisten Menschen vermuten. Unsere Zukunft ist gesichert. Am Ende wird die Güte eines menschenfreundlichen Gottes stehen. Im Glauben an Jesus Christus erkennen wir etwas, was den ganzen verzweifelt um ihre eigenen Interessen kämpfenden Personen fehlt. Im Glauben an Jesus Christus, der als Retter auf unsere Welt gekommen ist, erkennen wir worauf unsere Welt zuläuft. Es ist nicht Niedergang, sondern das ewige Leben. Darauf läuft die Weltgeschichte zu. Darauf läuft unser eigenes Leben zu. Das ist die Hoffnung, die es uns ermöglicht aus dem Kampf aller gegen alle auszusteigen und stattdessen den menschenfreundlichen Gott in den Blick zu nehmen und für alle zu hoffen.
Aber macht es sich da unser Predigttext nicht zu einfach. Ist es wirklich so? Früher gingen wir in die Irre aber heute wissen wir wie der Hase läuft. Gehen wir heute nicht auch noch oft genug in die Irre. Lassen wir uns nicht regelmäßig anstecken von dem Hass und dem Neid, der unsere Gesellschaft beherrscht?
Ja, ich zumindest. Meine Herkunftsfamilie neigt zu Wut und Hass. Und auch mir passiert das immer wieder. Aber ich glaube das ist gar nicht so problematisch. Denn unser Predigttext sagt auch: 5Wir selbst hatten ja keine Taten vollbracht, mit denen wir uns rechtfertigen konnten.
Aber er hat uns seine Barmherzigkeit geschenkt
und uns gerettet.
Das mache ich mir immer wieder klar. Es hängt ja nicht von mir ab, ob ich das in die Irre gehen hinter mir gelassen habe. (Habe ich nicht). Es ist Gottes Barmherzigkeit, die uns hilft immer wieder zu Gott und zu unserer Hoffnung zurück zu finden. Auch wenn ich selbst nicht besonders viel hinkriege. Niemand kann die Wirksamkeit des Heiligen Geistes aufhalten. Unsere Hoffnung hängt nicht an dem, was wir tun. Zum Glück hängt sie allein an dem menschenfreundlichen Gott. Also frohe Weihnachten uns allen, ob wir in die Irre gegangen sind oder in unserem Verhalten die Güte Gottes gespiegelt haben. Wir werden zu Erben des ewigen Lebens werden. Darauf dürfen wir hoffen.
und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinn in Christus Jesus zum ewigen seligen Leben!