Predigt Ewigkeitssonntag 22.11.2020 zu Offb 21, 1-7 Von Rahel Burkholz

Predigt Ewigkeitssonntag 22.11.2020 zu Offb 21, 1-7

Kanzelgruß:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! (2. Kor 13,13)

Liebe Gemeinde,

heute am Ewigkeitssonntag treffen wir uns um gemeinsam zu trauern. Viele von ihnen haben den Tod eines geliebten Menschen zu betrauern, bei manchen ist es fast ein Jahr her, bei anderen erst ein paar Wochen. 

Manchmal war der Tod schon abzusehen, und schon fast eine Erlösung von Schmerz und Krankheit. Und manchmal kam der Tod plötzlich und unerwartet und viel zu früh.

Egal wie der Tod kam, er reißt eine Lücke in unser Leben. Und gerade in diesem Jahr mussten viele von Ihnen auch noch erleben, dass Corona das Abschiednehmen erschwerte. Der Trost, den wir sonst in der Gemeinschaft erfahren, er wurde in diesem Jahr erschwert. 

Doch ob mit oder ohne Corona, der Tod lässt uns Lebende auch mit Fragen zurück. 

War es das jetzt? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Werden wir unsere Liebsten wiedersehen? Wieso musste es so kommen?

Und wie wird es sein dieses Leben nach dem Tod?

Niemand kann es mit Sicherheit sagen, doch wir haben Hoffnungsbilder, die uns den Himmel beschreiben. Himmlische Bilder, die uns der Seher Johannes überliefert hat. Sein Bild zeigt keine Details, aber es zeigt uns wie es sich anfühlen wird, das himmlische Leben nach dem Tod.

Er erzählt uns im Buch der Offenbarung, was er gesehen hat.

Offb 21, 1-7 Basisbibel:

1Dann sah ich einen neuen Himmel

und eine neue Erde.

Denn der erste Himmel und die erste Erde

sind verschwunden.

Und das Meer ist nicht mehr da.

2Und ich sah die heilige Stadt:

das neue Jerusalem.

Sie kam von Gott aus dem Himmel herab –

für die Hochzeit bereit wie eine Braut,

die sich für ihren Mann geschmückt hat.

3Dann hörte ich eine laute Stimme

vom Thron her rufen:

»Sieh doch:

Gottes Wohnung bei den Menschen!

Er wird bei ihnen wohnen

und sie werden seine Völker sein.

Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein.

4Und er wird jede Träne abwischen von

ihren Augen.

Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben,

kein Klagegeschrei und keinen Schmerz.

Denn was früher war,

ist vergangen.«

5Der auf dem Thron saß, sagte:

»Sieh doch:

Ich mache alles neu!«

Und er fuhr fort:

»Schreib alles auf,

denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.«

6Dann sagte er zu mir:

»Es ist geschehen!

Ich bin das Alpha und das Omega,

der Anfang und das Ende.

Wer Durst hat,

dem gebe ich umsonst zu trinken.

Ich gebe ihm von der Quelle,

aus der das Wasser des Lebens fließt.

7Wer den Sieg erringt,

wird das alles als Erbe erhalten.

Ich werde sein Gott sein

und er wird mein Kind sein.

Was für ein Bild. Alles wird neu und es gibt keinen Tod und keine Schmerzen mehr und Gott wird alle Tränen von uns abwischen. 

Und Gott wird unter uns Menschen wohnen, ganz nah ist der Gott, der von Anfang an da war und bis zum Ende der Welt da sein wird, Alpha und Omega.

Tröstlich ist dieses Bild, wenn ich es betrachte. Vielleicht haben sie es auch erlebt, wie tröstlich es sein kann. In dunklen Stunden, wenn ich mich untröstlich gefühlt habe, die Tränen fließen und alles keinen Sinn ergibt.

Wenn dann jemand kommt, und meine Tränen trocknet. Vielleicht einen Arm um mich legt und mit einem Finger meine Tränen wegwischt. 

Es ist nicht so, dass dann auf magische Weise alles gut ist, die Tränen und die Trauer haben Spuren hinterlassen. Doch ich bin getröstet, weil ich nicht allein bin. Da ist jemand, der meine Tränen trocknet und bei mir ist.

Dabei gilt jedoch auch Tränen und Trauer haben ihr Recht. Es wird uns immer noch erlaubt sein zu Weinen, doch Gott wird dann da sein, um jede Träne wieder abzuwischen.

Um uns zu trösten. Denn Gott wird dann unter uns wohnen. Er schenkt uns eine Welt, in der wir mit ihm zusammenleben können, wie nie zuvor. 

Wo wir ihn berühren können, und er unser Leben begleitet. Und er uns vor dem Tod und Schmerzen bewahrt.

Denn dieser Gott ist seit Anbeginn der Welt für uns da und wird noch da sein, wenn diese Welt ihrem Ende entgegen gegangen ist.

Und dieser Gott ist auch jetzt da, wo wir Schmerzen erleiden und trauern. Und auch wenn er nicht so unter uns wohnt, wie im Leben nach dem Tod, ist er doch auch schon jetzt in dieser Welt bei uns und will uns auch schon jetzt trösten.

Schön und tröstlich ist dieses Bild des Sehers Johannes und doch bleibt es wage.

Und es bleibt ein Bild für etwas, auf das ich vertrauen muss. Niemand kann mir mit Sicherheit sagen, wie das Leben nach dem Tod aussieht. Doch als Christen haben wir unseren Glauben, der uns Hoffnung macht auf eine himmlische Welt bei Gott. 

Noch sind wir nicht in dieser Welt. Noch gibt es den Tod, und wir müssen uns die Tränen gegenseitig abwischen. Noch trauern wir und nehmen Abschied.  Doch wir nehmen Abschied mit Hoffnung, die uns den Rücken stärkt. 

Und im Vertrauen auf Gott, der jetzt bei unseren Verstorbenen ist und sie behütet in dieser neuen Welt, die noch auf uns Lebende wartet.

Und im Vertrauen darauf, dass Gott uns trösten will und ein Gott des Lebens ist, der unsere Tränen trocknet und uns auch wieder froh sehen will.

Ich lade sie ein, liebe Gemeinde, lassen sie uns trauern, uns erinnern, aber auch wieder zurück ins Leben finden. Und wann immer unser Herz dennoch schwer wird, halten sie sich an den Rat des Lieddichters und seine Hoffnung:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt

Der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.

Der Wolken Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, 

der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 

Kanzelsegen: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen (Phil 4,7 in einem Wort abgewandelt)

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