Schnuppergottesdienst für die neuen Konfis 1.3.26

Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen.

Liebe Gemeinde,

heute ist der Schnuppergottesdienst für die neuen Konfi. Das ist ein sehr kleiner Jahrgang. Es haben sich 7 Konfis angemeldet. Herzlich willkommen. Euch steht ein Jahr bevor, von dem ich hoffe, dass ihr einen erweiterten Zugang zum christlichen Glauben findet. Und da ist es doch gut, dass heute der Predigttext ein tiefer Text ist, der über den Zugang zum christlichen Glauben spricht. Paulus bereitet seine Reise nach Rom vor. Er möchte von den Christen dort freundlich empfangen werden. Und er weiß, wenn er kommt, ist er auf ihre Hilfe angewiesen. Deshalb erklärt er ihnen, wie er den christlichen Glauben versteht und warum er sich mit ihnen verbunden fühlt. Ich lese

Römer 5,1-5

Mit Gott versöhnt aufgrund der Liebe Gottes

1Weil wir also aufgrund des Glaubens gerecht sind,

haben wir Frieden, der auch bei Gott gilt.

Das verdanken wir unserem Herrn Jesus Christus.

2Durch den Glauben hat er uns

den Zugang zur Gnade Gottes ermöglicht.

Sie ist der Grund, auf dem wir stehen.

Und wir dürfen stolz sein auf die sichere Hoffnung,

zur Herrlichkeit Gottes zu gelangen.

3Aber nicht nur das.

Wir dürfen auch auf das stolz sein,

was wir gegenwärtig erleiden müssen.

Denn wir wissen:

Das Leid lehrt, standhaft zu bleiben.

4Die Standhaftigkeit lehrt, sich zu bewähren.

Die Bewährung lehrt zu hoffen.

5Aber die Hoffnung macht uns nicht zum Gespött.

Denn Gott hat seine Liebe

in unsere Herzen hineingegossen.

Das ist durch den Heiligen Geist geschehen,

den Gott uns geschenkt hat.

Paulus geht im Römerbrief drei Schritte. Erst erklärt er, warum das Gesetz wichtig ist. Wir werden in Konfi uns auch über die 10 Gebote unterhalten. Regeln sind wichtig, damit Menschen wissen, wie sie sich verhalten sollen, was erwünschtes und was unerwünschtes Verhalten ist. Ohne Regeln würde überall Chaos ausbrechen und das Leben wäre noch gefährlicher als es sowieso schon ist, wenn zum Beispiel jeder jeden einfach umbringen dürfte. Das ist der erste Schritt Gottes mit uns Menschen. Gebote! Damit sind wir aber noch im allgemein Menschlichen und noch nicht im Christlichen.

Der zweite Schritt des Paulus und der erste Schritt in die christliche Welt ist der Glaube. Wenn wir an Gott glauben, dann gehen wir über die Regeln und Gebote hinaus. Wir merken, wir versuchen uns an die Gebote zu halten. Aber das klappt irgendwie nur begrenzt. An der Straßenverkehrsordnung können wir das gut sehen. Man fährt mal zu schnell oder guckt nicht lange genug nach links oder rechts bevor man über die Straße geht. Und huch die Ampel war doch schon rot als ich drüber gefahren bin. Obwohl ich die Straßenverkehrsordnung grundsätzlich gut und richtig finde, im Alltag halte ich mich nicht immer vollständig dran. Im Glauben finde ich die Gebote Gottes zwar richtig, aber ich erlebe auch, dass sie irgendwie nicht reichen und ich mich nicht vollständig daran halten kann. Mit dem Glauben ändert sich etwas in der Beziehung zu Gott. Es geht nicht mehr darum alles richtig zu machen. Es geht darum Gott zu lieben und sich als von Gott geliebtes Kind zu erleben, dass auch dann geliebt ist, wenn es mal etwas falsch macht.

Hier im 5. Kapitel des Römerbriefes geht Paulus noch einen Schritt weiter. Das ist der dritte Schritt tief hinein in das christliche Leben. Nicht mehr ich versuche alles richtig zu machen oder Gott zu lieben. Im Glauben passiert etwas mit mir, was mich verwandelt. Paulus sagt es in Vers 5: Denn Gott hat seine Liebe

in unsere Herzen hineingegossen. Das ist durch den Heiligen Geist geschehen, den Gott uns geschenkt hat.

Wir müssen nicht mehr versuchen Gott und die Menschen zu lieben. Gott wirkt in uns. Und diese Liebe strahlt automatisch aus uns heraus. Das passiert aus einem inneren Frieden heraus. Und in diesem inneren Frieden gelangen wir zu der Herrlichkeit Gottes. Super, oder? Wir haben von Gott den Heiligen Geist bekommen. Wir leben im heiligen Geist. Auch wenn wir Probleme haben und leiden müssen, egal, wir sind stolz darauf, weil wir stehen auf dem Grund der Gnade Gottes und alles, was schwierig ist, führt uns nur weiter in die Liebe Gottes hinein. Und egal ob um uns herum der Krieg tobt, wir leben in einem Frieden, den uns niemand nehmen kann. So sieht Paulus das.

Allerdings ist Paulus nicht umsonst eine der wichtigsten Gründerfiguren des Christentums und wir sind das nicht. Ehrlich gesagt fände ich das schön, wenn was Paulus hier beschreibt mehr auf mich zutreffen würde. Tut es aber nicht. Ich bin nämlich gestresst von meinen Aufgaben auch denen hier in der Kirche. Manchmal kann ich nicht gut schlafen, weil ich mir so viele Sorgen mache. Und manchmal ärgere ich mich den ganzen Tag über jemanden, der völlig absurde Erwartungen an mich gestellt hat. Also nix Frieden oder Liebe aus dem heiligen Geist oder Bewährung und Hoffnung, die aus dem Leiden hervorgeht. Bin ich deshalb eine schlechte Christin? Vermutlich schon. Mit dieser Einsicht kann ich jetzt gut meinen Stress schon mal steigern. Ich ärgere mich jetzt nicht nur über falsche politische und auch kirchenpolitische Entscheidungen. Ich ärgere mich auch darüber, dass ich so schlecht damit umgehen kann und mich soviel ärgere, keinen inneren Frieden habe und ich nicht den Eindruck habe, dass der heilige Geist irgendwelche Liebe in mein Herz ausgegossen hat.

Und jetzt?

Irgendwie scheine ich Paulus nicht richtig verstanden zu haben.

Ah ich glaube ich weiß wo der Fehler liegt. Was Paulus hier als Schritt drei des christlichen Lebens beschreibt: Denn Gott hat seine Liebe in unsere Herzen hineingegossen. Das ist durch den Heiligen Geist geschehen, den Gott uns geschenkt hat.

Ist nichts, was schon unseren Alltag und unser Leben vollständig bestimmen kann. Es ist mehr ein Ziel, was noch vor uns liegt, eine Richtung, in die Gott uns zieht. Eine Hoffnung auf eine kommende Entwicklung. Etwas, was gerade beginnt, aber in diesem Leben nicht mehr abgeschlossen werden wird. Niemandes Leben ist schon so, aber wir können sehen, in welche Richtung die Reise gehen kann. Und wir können manchmal schon einen Augenblick lang diesen inneren Frieden erfahren und die Liebe spüren, die grundsätzlich schon in unsere Herzen ausgegossen ist. Manchmal können wir merken, dass tatsächlich der Heilige Geist in uns wirkt, wenn wir etwas tun, was wir uns eigentlich nicht zugetraut hätten. Oder wenn der Ärger und Sorgen mal kurz von uns abfallen. Das ist dann wie wenn ich eine 2 in der Englischarbeit schreibe, obwohl mir Englisch eigentlich nicht liegt. Und ich merke vielleicht könnte ich es doch toll finden, einen Film auf Englisch zu sehen oder mit jemandem auf Englisch zu reden.

Vielleicht ist es doch gut, Paulus zuzustimmen: Ja, der heilige Geist hat die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen. Und auch wenn ich es meistens nicht merke, da ist doch etwas in mir, was mich zum Liebe befähigt.

Liebe Konfis, ich glaube ihr wisst schon, dass in euren Herzen grundsätzlich die Fähigkeit zu lieben da ist. Vielleicht spürt ihr täglich, dass ihr eure Eltern oder Großeltern oder Geschwister liebt auch wenn sie euch manchmal nerven. Die Idee Gott zu lieben findet ihr möglicherweise etwas schräg oder auch nicht. Ich würde mit euch gerne dieses Land der Liebe Gottes und der Liebe zu Gott erforschen. Religion ist etwas einfaches und etwas sehr kompliziertes, beides trifft zu. Der christliche Glaube kann sehr komisch sein und der christliche Glaube kann auch eine echte Hilfe zu weniger Ärger und Sorgen und mehr innerem Frieden sein. Ich finde es lohnt sich, das mal näher anzusehen.

und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinn in Christus Jesus zum ewigen seligen Leben!