Silvester 31.12.25 Rahel Burkholz

Predigt Silvester über die Jahreslosung 2026 „Siehe ich mache alles neu“ am 31.12.2025

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.

Liebe Gemeinde,

ein weiteres Jahr geht zu Ende, und ich frage mich manchmal wie im Lied gerade, wo die Zeit geblieben ist.

Schon wieder ein neues Jahr. Und doch auch ein besonderes. Das lässt die Jahreslosung für 2026 zumindest erahnen.

Sie steht in der Johannesoffenbarung, dem letzten Buch der Bibel und hat es in sich.

„Siehe ich mache alles neu!“ Offb 21,5 sagt uns Gott da zu.

Und das passt zunächst zum neuen Jahr sehr gut. Denn auch bei uns in den Kirchengemeinden wird vieles neu. Wir werden als Nachbarschaftsraum eine Gesamtkirchengemeinde, wir bekommen eine neue gemeinsame Webseite, und ein gemeinsames Gemeindebüro in Ehringshausen für alle, wir Pfarrer sind eine Person weniger und müssen mehr Gemeinden gemeinsam versorgen. Und daher auch die Gottesdienste neu anschauen, auch weil wir immer weniger werden. Und das geht vielen Gemeinden, um uns herum auch so. Denn der Reformprozess unserer Kirche geht immer weiter voran.

Egal, was für Gefühle, man mit diesen Neuen Dingen verbindet. Es ist eine Tatsache, dass wir um das Neue nicht herumkommen.

Und manche freuen sich ja auch auf Neues, es ist spannend, ein Abenteuer und man kann vieles neu Ausprobieren, was man vielleicht schon immer mal wollte.

Ein neues Handy, mit neuen Möglichkeiten, ist doch für euch Konfis etwas Schönes oder?

Das klingt auf jeden Fall erst mal gut. Und so kann man die Jahreslosung von 2026 auch verstehen. Immerhin ist es Gott, der uns etwas Neues bringt. Und ihm traue ich viel Gutes zu, wenn er uns Neue Dinge bringt.

Doch da ist schon auch noch etwas anderes in mir, wenn ich diesen Satz höre. Ich frage mich als Gewohnheitstier auch gleichzeitig: Was ist denn mit dem Alten? Wird das alles verschwinden? War nicht auch einiges Gut daran? Es war vertraut, ich hatte mich daran gewöhnt, und es hatte doch auch seinen Sinn und seine Berechtigung?

Ja, natürlich hat es das. Und die gute Nachricht für uns als Kirchengemeinde lautet, vieles Alte wird ja auch bleiben. Auch im Jahr 2026. Sie haben weiterhin mich als Pfarrerin. Wir werden weiter Weihnachten, Silvester und Ostern feiern. Wir werden uns weiterhin treffen, weiter gemeinsam singen, weiter gemeinsam einander im Glauben stärken, vielleicht auch mal streiten, weiter feiern, weiter Kinder konfirmieren, weiter Kinder taufen, weiter… zu vieles um es alles aufzuzählen.

Das kirchliche Leben hört ja nicht auf, mit so einer Reform.

Und das ist auch gut so.

Doch wenn wir uns die Jahreslosung 2026 anschauen, dann hat sie trotzdem auch ihren Sinn. Sie steht in der Johannesoffenbarung und ist von einem Mann geschrieben worden, der hilflos mit ansehen musste, wie seine Freunde und Bekannte und er selbst auch verfolgt und getötet wurden, weil sie Christen waren.

Und in dieser ohnmächtigen Situation, hört sich dieser Satz ganz anders an. Tröstlich nämlich. Gott sagt ihnen, schaut nur hin, am Ende der Zeiten, mache ich alles neu. Ich lasse die Welt nicht so wie sie ist. Ich mache sie besser, ich schaffe euch Gerechtigkeit und ich schaffe eine Welt, in der niemand mehr verfolgt wird und niemand leiden muss, es keine Tränen mehr gibt und auch keine Schmerzen, wo Menschen ohne Hass und Krieg in Frieden mit einander leben, und niemand mehr den anderen verfolgt oder tötet. Und ich bei ihnen sein werde, niemand muss mehr an mich glauben, weil ich da sein werde, und ihr mich sehen könnt, mitten unter euch.

Das ist das Neue, das Gott hier verspricht, eine Welt, die ich auch heute noch herbeisehne. Wenn ich mir den Zustand unserer Welt so ansehe.

Wäre das nicht schön? Eine Welt ohne Krieg, ohne Verfolgung, ohne Flucht, ohne Hass, ohne Erniedrigungen, ohne Streit, ohne Tränen. Nur mit Gottes Gerechtigkeit, seinem Frieden und seiner Liebe?

Dafür lohnt es sich wirklich alles neu zu machen. Denn ich bin überzeugt, dass dann alles Gute, was ich am Alten so liebe, auch in dieser neuen Welt sein wird, die Gott schafft.

Und das ist und bleibt sein Versprechen an uns, und die Hoffnung, auf die wir Christen uns stützen können.

Und ich hoffe, dass wie sie es auf ihrem Bild zur Jahreslosung sehen, dass diese neue Welt Gottes auch jetzt schon wachsen kann bei uns.

Wenn wir uns für sie einsetzen, und jeder von uns daran arbeitet, in kleinen Schritten.

Denn wir werden zwar nicht direkt verfolgt, wie die Christen damals, aber wir werden oft genug belächelt, wenn wir zu unserem christlichen Glauben offen stehen, und uns für unsere christlichen Werte einsetzen, weil sie nicht nur ein gutes Zusammenleben ermöglichen, sondern auch ihren tieferen Sinn in Gott haben, der uns unser Gelingen garantiert.

Und deshalb möchte ich sie ermutigen, liebe Gemeinde, lassen Sie uns alle unseren Glauben hochhalten, in einer Welt, die ihn gut gebrauchen kann. Und auf Gott vertrauen, der uns dieses Neue verspricht, und garantiert.

Im Vertrauen auf ihn, lassen sie uns alle, an guten Neuen Dingen arbeiten, und gutes Neues aufbauen, dass unsere Welt besser macht und unseren Glauben hier in unserer Region stärkt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere menschliche Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen seligen Leben.