Totensonntag 23.11.25 Rahel Burkholz

Predigt Totensonntag/Ewigkeitssonntag am 23.11.2025 zu Joh 5, 24-29

Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen.

Liebe Gemeinde,

wir feiern heute Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag von manchen genannt. Wir erinnern uns an alle Verstorbenen dieses letzten Kirchenjahres. Für manche ist der Verlust fast ein Jahr her, für andere ist er noch ganz frisch.

Wir nehmen uns Zeit und erinnern uns an den Tod und alles, was er bedeutet und wie wir mit ihm umgehen, bevor das neue Jahr im Advent beginnt.

Wir trauern, und wir erinnern uns und wir konfrontieren den Tod, der immer wieder Teil unseres Lebens ist, und machen uns bewusst, dass auch wir ihm eines Tages selbst begegnen werden.

Und wie wir das tun, macht viel aus.

So ging es auch einer alten Dame, die erfuhr, dass sie sterben muss.

Als der Arzt ihr mitteilte, dass sie höchstens noch drei Monate zu leben hätte, beschloss sie, sofort alle Details ihrer Beerdigung festzulegen. Zusammen mit dem Pfarrer besprach sie, welche Lieder gesungen werden sollten, welche Texte verlesen werden sollten und welche Kleider sie anhaben wollte.

»Und da gibt es noch eine sehr wichtige Sache! Ich will mit einer Gabel in der Hand begraben werden«, sagte sie schließlich. Der Pfarrer konnte seine Verwunderung nicht verbergen. Eine Gabel? »Darf ich fragen, warum?«, wollte er vorsichtig wissen.

»Das kann ich erklären«, antwortete die Frau mit einem Lächeln: »Ich war in meinem Leben zu vielen verschiedenen Abendessen eingeladen. Und ich habe immer die Gänge am liebsten gemocht, wo diejenigen, die abgedeckt haben, gesagt haben: Die Gabel kannst du behalten. Da wusste ich, dass noch etwas Besseres kommen würde. Nicht nur Eis oder Pudding, sondern etwas Richtiges, ein Auflauf oder etwas Ähnliches.

Ich will, dass die Leute auf mich schauen, wenn ich da in meinem Sarg liege mit einer Gabel in der Hand. Da werden sie sich fragen:

Was hat es denn mit der Gabel auf sich? Und dann können Sie ihnen erklären, was ich gesagt habe.

Und dann grüßen Sie sie und sagen ihnen, dass sie auch die Gabel behalten sollen. Es kommt noch etwas Besseres.«

(KRISTINA REFTEL Behalte die Gabel)

Die alte Dame hat ein wunderschönes Bild gefunden für das Bessere, das da nach dem Tod auf sie wartet. Und sie nutzte dafür eine Erfahrung aus ihrem Leben.

Und ein Stück weit, geht uns Christen das auch so, wenn wir über das Leben nach dem Tod und unsere Hoffnung darüber reden.

Und wir glauben und hoffen natürlich, dass da etwas ist, weil wir auf Jesus Christus vertrauen, der uns das durch seine Auferstehung von den Toten und viele Gespräche davor versprochen hat.

Auch er hat dafür natürlich Bilder verwendet, die aus seiner Lebenswirklichkeit stammen, und die uns tausende Jahre später vielleicht nicht mehr so zugänglich sind.

Doch hören wir was er für Worte im Johannesevangelium verwendet. Jesus Christus spricht da zu seinen Anhängern…

Joh 5, 24-29

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. 25Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören, die werden leben. 26Denn wie der Vater das Leben hat in sich selber, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber; 27und er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. 28Wundert euch darüber nicht. Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, 29und es werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

Liebe Gemeinde,

Jesus verwendet hier Worte und Bilder, die uns trösten sollen. Alle, die an ihn glauben, werden das ewige Leben bei Gott erhalten.

Und er stellt das plastisch da: Es wird die Stunde kommen, da hören die Toten Gottes Stimme und werden von den Toten auferstehen und leben.

Sie werden aus dem Schlaf des Todes aufgeweckt, wie wir aus dem Schlaf von einer lauten Stimme geweckt werden können.

Und das spannende es gilt auch schon jetzt.

Wir die wir an Jesus Christus glauben, erhalten das ewige Leben und werden durch seine Stimme selbst in unseren Gräbern aufgeweckt, um dann aufzustehen.

Und ja so unangenehm das manchmal ist, hier wird auch die Vorstellung eines letzten Gerichts angesprochen.

Ich finde in der Trauer möchte ich nicht unbedingt über ein Gericht am Ende meines Lebens nachdenken.

Und doch wenn ich die Nachrichten und das Leid in der Welt bedenke, weiß ich, dass dieses Gericht eine letzte Möglichkeit ist, Gerechtigkeit herzustellen.

Das alle, die in dieser Welt keine Gerechtigkeit erfahren haben, getröstet werden, wenn sie wissen, die Täter, die ihnen schlimmes angetan haben kommen nicht damit davon.

Und doch bin ich überzeugt, dass dieses Gericht für uns immer gnädig ausfallen wird, denn wir werden durch unseren Glauben an Gott, selbst wenn wir nicht immer nur Gutes getan haben sollten, immer wieder gerettet und unser Glaube verspricht uns auch das ewige Leben bei Gott.

Wir werden nicht gerichtet, oder auf jeden Fall begnadigt, und erhalten das ewige Leben.

Und nun leider bleibt Jesus hier immer noch wage, wie dieses ewige Leben aussehen soll.

Es soll etwas Besseres sein, auf das wir da hoffen, wie die alte Dame aus der Geschichte es sagt. Aber genau dieses bessere aussieht, ist vielleicht für jeden von uns unterschiedlich.

Vielleicht ist es ein wunderschöner Garten, in dem wir in Frieden mit der Natur leben können, ohne etwas tun zu müssen? Vielleicht sehen wir dort geliebte Menschen oder Tiere wieder, und wir feiern ein Festmahl. Und vielleicht ist es, wie die

Johannesoffenbarung es uns verspricht, ein Ort, an dem es keine Tränen, kein Leid und keinen Streit mehr gibt. Und an dem wir in einem solchen Frieden mit Gott und untereinander zusammenleben können wie nie zuvor.

Ich hoffe irgendetwas davon trifft zu, und kann am Ende nur hoffen, dass ich wie die alte Dame sicher bin, dass mich etwas Besseres erwartet, und dafür eine Gabel da lasse.

Das ich so sehr auf Gottes Versprechen vertrauen kann, dass ich den Tod nicht mehr fürchten muss.

Nicht den meiner geliebten Menschen, und auch nicht meinen eigenen.

Und ich hoffe, liebe Gemeinde, das können sie auch, immer wieder.

und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinn in Christus Jesus zum ewigen seligen Leben!